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Alle Fotos ©ARGE Linienkreuz U2xu5

Der Ausbau der U-Bahn-Linien U2 und U5 ist aktuell eines der größten Infrastruktur-Bauprojekte in Wien. Seit Anfang 2021 sind die Bauarbeiten voll im Gange und sollen nach sechs Jahren Bauzeit nicht nur 300 Millionen zusätzliche Fahrgäste und 30.000 neue Jobs für die Zwei-Millionen-Hauptstadt bringen, sondern vor allem auch 75.000 Tonnen CO2-Einsparung. Dass dies nicht ohne große Anstrengungen im Untergrund über die Bühne geht, erzählt live SWIETELSKY-U-Bahn-Spezialist Wolfgang Friedl.

20250603 Baudoku ARGE Linienkreuz U2xu5 ©ARGE Linienkreuz U2xu5 96

Öffi-Fan aus Überzeugung – beruflich und privat

„Ich bin ein riesiger Fan der Wiener Öffis“, sagt SWIETELSKY-Bereichsleiter Wolfgang Friedl beim Treffen im Baubüro der Arge U2xU5 Rathaus/Frankhplatz. Direkt davor entsteht – großteils unsichtbar unter der Auerspergstraße – eine der zentralen Baustellen des U-Bahn-Ausbaus: über zwei Kilometer Tunnelstrecke sowie zahlreiche Schachtkonstruktionen. Für Friedl ist das auch persönlich: Er pendelt täglich mit der Schnellbahn aus Purkersdorf und legt die letzte Strecke klimafreundlich mit dem Fahrrad zurück.

20251002 Baudoku ARGE Linienkreuz U2xu5 ©ARGE Linienkreuz U2xu5 89

Bauen im denkmalgeschützten Herzen der Stadt

Das rund 242 Millionen Euro schwere Projekt gilt als eines der größten Klimaschutzvorhaben Wiens – und ist zugleich eine Baustelle mit höchsten Anforderungen, weil entlang der Trasse bedeutende historische Gebäude liegen, etwa Rathaus, Universität und Otto Wagners Hosenträgerhaus. Neben der bekannten Umpflanzung einer Platane beim Café Eiles waren vor allem viele weniger sichtbare Schutzmaßnahmen entscheidend: Fundamente wurden verstärkt, Gebäude ertüchtigt und zusätzliche Entwässerungsbrunnen in Innenhöfen und Kellern hergestellt, um die historische Bausubstanz zu sichern.

20260303 Baudoku ARGE Linienkreuz U2xu5 ©MW Architekturfotografie 51

Harter Baustart, große technische Dimensionen

Gestartet wurde unter schwierigen Bedingungen: Auftrag im Dezember 2020, Baustart im Jänner 2021 – bei starkem Schneefall und mitten in einer Corona-Welle. Technisch sind die Dimensionen enorm: Zur Schachtsicherung kommen teils bis zu 60 Meter lange Bohrpfähle zum Einsatz. Bereits bei früheren U5-Arbeiten setzte Swietelsky zudem modulare Hydrauliksteifen ein, die Schachtbreiten bis 32 Meter überspannen – eine wiederverwendbare Lösung mit Vorteilen bei Bauzeit und Sicherheit.

20251002 Baudoku ARGE Linienkreuz U2xu5 ©ARGE Linienkreuz U2xu5 120

Rund-um-die-Uhr-Einsatz und klarer Nutzen für Wien

Auf der Baustelle arbeiten über 40 Angestellte und mehr als 200 Arbeitskräfte, in den Tunnelvortrieben nahezu rund um die Uhr. Ziel ist die Fertigstellung der U5 bis Frankhplatz bis 2026, zwei Jahre später soll die U2 bis Matzleinsdorfer Platz folgen. Damit entstehen Kapazitäten für rund 300 Millionen zusätzliche Fahrgäste und eine spürbare Entlastung der Umwelt: Durch die Verlagerung vom Auto auf Öffis können jährlich bis zu 75.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.