DJI 0076

250

Millionen Euro

Investment der Deutschen Bahn

163

Kilometer

neue Gleise wurden verlegt

196.000

Schwellen

wurden verlegt - 10 Stück pro Minute

Die 85 Kilometer lange Schnellfahrstrecke zwischen Kassel und Fulda ist ein zentrales Infrastrukturprojekt für die Zukunft der Deutschen Bahn. Wir bei Swietelsky haben sie in nur neun Monaten vollständig erneuert – als ein Unternehmen und zugleich als europäisches Drei-Länder-Team – und damit eine rekordverdächtige Mammutaufgabe gemeistert.

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Sanierung in Rekordzeit dank internationalem Teamwork

Die 85 Kilometer lange Schnellfahrstrecke zwischen Kassel und Fulda ist ein wichtiger Zukunftskorridor für die Deutsche Bahn – und SWIETELSKY hat sie in rekordverdächtigen neun Monaten komplett erneuert. Die Aufgabe verlangte die Präzision, für die Bahnprojekte bekannt sind: Wie der niederländische Weichenspezialist Gertjan van Niftrik es beschreibt, lassen sich Termine nicht einfach verschieben. Jeder kennt den exakten Tag, an dem die Strecke wieder geöffnet sein muss und Züge für Millionen Fahrgäste wieder fahren – daran ist nicht zu rütteln. Dieser Druck bedeutet: Jeder Schritt, jede Handbewegung und jeder Logistikprozess muss sitzen, während hunderte Menschen synchron zusammenarbeiten.  

SWIETELSKY bewältigte die Mammutaufgabe, indem Stärken aus drei Ländern gebündelt wurden: Gleisbau-Expert/innen aus Deutschland, Weichenspezialist/innen aus den Niederlanden und Top-Maschinenbediener/innen aus Österreich – als ein koordiniertes Team entlang der gesamten Strecke.

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Der RUS 1000 S, harte Schlusswochen und ein großer Gewinn für Fahrgäste

Ein wesentlicher Grund, warum der Zeitplan machbar war, ist ein einzigartiges Gerät im Maschinenpark von Swietelsky: der RUS 1000 S, ein moderner Gleisbau-Gigant, der in der mechanisierten Erneuerung neue Maßstäbe setzt. In einer einzigen Streckensperrung kann er Schwellen, Schienenbefestigungen und Schienen austauschen und gleichzeitig das Schotterbett reinigen – praktisch wie ein bewegliches Fließband, mit rund zehn Schwellen pro Minute.  

Projektleiter Friedrich Husner berichtet, dass die Deutsche Bahn den RUS 1000 S zunächst skeptisch betrachtete, weil er bekannte Grenzen verschiebt und teilweise sogar etablierte Regeln infrage stellt. Als der Fahrplan jedoch deutlich straffer wurde, öffneten sich „regulatorische Türen“ – und die Maschine wurde zum entscheidenden Zeitgewinn. Das Ergebnis war nicht nur wachsendes Vertrauen des Auftraggebers, sondern auch regionale Aufmerksamkeit: Menschen sollen sich auf Brücken und an Straßenrändern versammelt haben, um die hunderte Meter lange Maschine bei der Arbeit zu beobachten – und den sichtbaren Infrastrukturfortschritt in der Region.

Kennzahlen zur RUS 1000 S:

  • Gesamtgewicht: 674 t
  • Breite: 3,29 m
  • Höhe in Transportstellung: 4,31 m
  • Höhe in Arbeitsstellung: 4,49 m
  • Anzahl der Achsen (Antriebsachsen): 36 (12)

Einsatzgebiet:

  • Gleisumbau inkl. Schotterbettreinigung und 1. Stopfgang
  • Gleisumbau ohne Schotterbettreinigung
  • Gleisumbau mit komplettem Schotteraustausch
  • Schwellentausch mit oder ohne Schotterbettreinigung
  • Flankenreinigung ohne Gleisumbau
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Der Endspurt

Der Endspurt blieb anspruchsvoll. Claudia Graber beschreibt, dass die Strecke nicht „in einem Stück“ fertiggestellt wurde, sondern in mehreren Abschnitten mit Zwischenfristen – mit komplexer Abstimmung zwischen Logistik, Weichenarbeiten, Maschineneinsatz sowie wiederholten Qualitätsprüfungen und Testfahrten bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Winterwetter mit plötzlichem Schneefall erhöhte den Druck zusätzlich. Trotzdem ging das Team pünktlich in Betrieb: In der Nacht des 9. Dezember rollte um 00:30 Uhr der erste Güterzug über die erneuerten Gleise.  

Heute können ICE-Züge auf der Strecke bis zu 280 km/h fahren – die Fahrzeit zwischen Kassel und Fulda sinkt auf rund 28 Minuten statt zuvor auf über eine Stunde. Besonders für Pendler:innen ist das ein spürbarer Gewinn. Und ja, es blieb auch Zeit für eine kurze Baustellenfeier (sogar mit Grill direkt an den Gleisen) – auch wenn die volle Bedeutung dessen, was das Team geleistet hat, oft erst einige Tage später richtig ankommt, wenn der Druck nachlässt.