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Mitten im Herzen der Grazer Altstadt weckt Swietelsky ein historisches Juwel aus dem Dornröschenschlaf. Auf rund 1.600 m² Innenfläche und über 5.700 m² Außenanlagen realisieren wir aktuell eines der spannendsten Revitalisierungsprojekte Österreichs.

Die Grazer Burg ist kein gewöhnliches Bauvorhaben – es ist eine Operation am offenen Herzen steirischer Geschichte. Unser Team vor Ort beweist aktuell, wie moderne Spezialbautechnik und historischer Denkmalschutz Hand in Hand gehen.

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200 Tonnen Last auf Stahl: Präzisionsarbeit im Friedrichstrakt

Die größte technische Herausforderung der letzten Wochen lag in der sogenannten „Einsäulenhalle“. Eine im Zweiten Weltkrieg beschädigte gotische Säule aus dem 15. Jahrhundert musste komplett ausgetauscht werden.

Dabei war höchste Ingenieurskunst gefragt: Während die beschädigte Säule entfernt und durch eine neue ersetzt wurde, musste die darüberliegende Last des Burggebäudes – mehr als 200 Tonnen – durch eine temporäre Stahlkonstruktion abgefangen werden.

Das Besondere an diesem statischen Kraftakt: Der Betrieb der steirischen Landesregierung lief währenddessen vollkommen ungestört weiter. Während im Erdgeschoss tonnenschwere Lasten auf Millimeterarbeit bewegt wurden, konnten der Landeshauptmann und sein Team in den darüberliegenden Stockwerken ihren Amtsgeschäften ohne Einschränkungen nachgehen. Anfang Dezember konnte dieser Kraftakt erfolgreich abgeschlossen werden.

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Baustelle im Fokus der Öffentlichkeit

Eine zusätzliche Komplexität ergibt sich aus der Lage und Bedeutung des Objekts. Da die Grazer Burg ein öffentlich zugänglicher Ort und ein fester Bestandteil der touristischen Route in der Altstadt ist, verzeichnet die Baustelle ein hohes Aufkommen an Passanten und Besuchern. Die Logistik und Sicherheit sind so getaktet, dass der Tourismus und der tägliche Besucherstrom durch die historischen Höfe trotz der intensiven Revitalisierungsarbeiten sicher aufrechterhalten werden können.

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Denkmalschutz trifft moderne Bautechnik

Das Projekt ist weit mehr als eine klassische Sanierung. In enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und der FH Joanneum Archäologie setzen wir modernste Verfahren ein, um die historische Substanz zu bewahren:

  • Gotische Hofkapelle: Durch den Rückbau einer Zwischendecke aus dem 19. Jahrhundert haben wir den ursprünglichen, zweistöckigen Zustand aus der Zeit Kaiser Friedrichs III. wiederhergestellt.

  • Besucherzentrum und Event-Location: In der Renaissancehalle entsteht das neue Empfangszentrum, während der ehemalige Registratur-Trakt in eine moderne Veranstaltungshalle umgebaut wird.
  • Bestandssicherung: Mittels Düsenstrahlverfahren (DSV) und gezielten Mauerwerksinjektionen stabilisieren wir die historische Substanz der alten Stadtmauer dauerhaft.
  • Fahrradgarage: Für eine moderne, autofreie Erschließung errichten wir im zweiten Burghof eine neue Garage in Stahlbetonbauweise.
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Klimafitte Außenanlagen: Stadtwald und Schwammstadt

Auf den insgesamt 5.700 m² Hofflächen setzen wir wegweisende ökologische Konzepte um:

  • Burghof 2: Hier entsteht ein Stadtwald inklusive einer automatisierten Nebel- und Beregnungsanlage, die durch Verdunstungskälte das Mikroklima aktiv reguliert.
  • Burghof 3: Dieser wird als Schwammstadt ausgeführt. Unter dem Belag bauen wir ein System auf, das Regenwasser lokal speichert und zeitverzögert an die Bäume abgibt, statt es ungenutzt in die Kanalisation zu leiten.