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Der Eisenbahn-Tauerntunnel ist in die Jahre gekommen. Zeit also für eine umfassende Modernisierung eines der Hauptachsen quer durch die Alpen. Wir Swietelskys stellen uns der Challenge, trotzen einem Tunneleinbruch und anderen Überraschungen tief im Bergmassiv und sanieren zum Teil mit neuen, noch nie genutzten Technologien. Immer mit einem Ziel vor Augen: gute Qualität zu liefern und den sportlichen Zeitplan einzuhalten.

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Tunnelbau ohne Tunnelblick

Das historische Gemäuer des Tauerntunnels besteht aus Granitsteinen, die vor 117 Jahren per Hand gemauert wurden. Die Abtragsarbeiten an den beschädigten Steinen müssen behutsam erfolgen – mittels vier speziell für diesen Einsatz gebaute Prototypen.

„Mit diesen Mehrblattsägen können wir bis zu 30 cm tiefe Lamellenschnitte vornehmen. So ermöglichen wir eine vorsichtige Abtragung mittels Hydraulikbagger und Anbaufräse, ohne das Mauergefüge gravierend zu schwächen. Diese Technologie ist neu, da sind wir Pioniere“, freut sich Wolfgang Pacher, der GF der Swietelsky Tunnelbau.

Darüber hinaus führen die Swietelskys im Bereich Böckstein zahlreiche Injektionsmaßnahmen zur besseren Bettung der Tunnelschale und zur Abdichtung des Mauerwerks durch. 

Tauerntunnel Mallnitz AT 2

Gleisbau mit Hindernissen

8 Kilometer Strecke, sprich 16 km Gleis, müssen in Summe saniert werden. Davon muss auf 4 km die feste Fahrbahn erneuert, sprich der alte Beton ab- und neu aufgetragen werden. Dazu kommt: Auch der Untergrund unter der festen Fahrbahn ist nicht mehr brauchbar und muss ersetzt werden.

Auf 12 km müssen wiederum sämtliche Stützpunkte getauscht werden. Klingt easy, ist es aber nicht. Die Stützpunkte befestigen die Schienen auf dem Beton – pro Punkt bedeutet dies 10 kg Material (in Summe 420 t). Material, dass korrodiert und zumeist schwierig zu demontieren ist. 

„Das alles ist eine Premiere – noch nie wurde ein Eisenbahntunnelgleis in dieser Dimension erneuert“, weiß Rainer Marx, der Projektleiter Bahnbau. Eine Challenge also für alle Swietelskys im Berg. 

Abdichtung (2)

Herausforderungen unter Tag

Vor Projektstart sämtliches Equipment und ausreichend Personal auf die Baustelle zu bringen, das war nicht einfach.

„Da macht sich die Erfahrung unserer Leute und die Größe von SWIETELSKY bezahlt – wir können dem Kunden alles aus einer Hand anbieten“, weiß Wolfgang Pacher. Die Arbeiten gehen allen Widrigkeiten im Berg zum Trotz flott voran. 24 h pro Tag, 7 Tage die Woche sind bis zu 330 Swietelskys im Tunnel im Einsatz. 

Überraschungen sind dabei an der Tagesordnung, kein Wunder bei einem Tunnel, der so viele Jahre am Buckel hat. So kam es beispielsweise vergangenen Dezember zu einem größeren Tunneleinbruch am Nordportal. Verletzt wurde zum Glück niemand – alle 13 Kollegen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen“, erzählt Wolfgang Pacher.